Herstellung
Von der Ernte bis zur verkaufsfertigen Zigarre vergehen oft mehr als zwei Jahre. Jeder Schritt ist Handarbeit — kubanische Zigarren werden ausnahmslos von Hand gerollt (Totalmente a mano).
Ernte und Trocknung
Die Blätter werden in mehreren Durchgängen geerntet und in luftigen Trockenscheunen (Casas de Tabaco) aufgehängt. Über vier bis sechs Wochen verlieren sie ihr Grün und nehmen die charakteristische braune Farbe an.
Fermentation
Die getrockneten Blätter werden zu Stapeln (pilones) geschichtet, in denen durch Eigenwärme eine kontrollierte Fermentation stattfindet. Dabei werden Ammoniak und Bitterstoffe abgebaut, das Aroma entwickelt sich. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt — bei Cohiba durchlaufen die Seco- und Ligero-Blätter sogar eine zusätzliche dritte Fermentation in Fässern, was den milden Charakter erklärt.
Das Rollen — die Kunst des Torcedor
Im Rollsaal (galera) arbeitet der Torcedor (oder die Torcedora). Aus drei bis vier Einlageblättern formt er den Wickel (Tripa), umhüllt ihn mit dem Umblatt (Capote) und schließlich mit dem feinen Deckblatt (Capa). Ein erfahrener Torcedor rollt 100 bis 150 Zigarren pro Tag. Die Qualität zeigt sich im gleichmäßigen Zug und Abbrand.
Kontrolle und Reifung
- Zugkontrolle — jede Zigarre wird auf den richtigen Zugwiderstand geprüft.
- Sortierung nach Farbe — die Deckblätter werden in bis zu 60 Farbnuancen sortiert, damit eine Kiste einheitlich aussieht.
- Reifung — in klimatisierten Lagern reifen die Zigarren mehrere Wochen bis Monate, bevor sie banderoliert und verpackt werden.
Vitolas und Formate
Jede Marke bietet ihre Zigarren in verschiedenen Vitolas (Formaten) an — von der kurzen Petit Corona bis zur großen Doble Corona. Das Format beeinflusst Rauchdauer und Aromaentwicklung. Mehr zu den Formaten im Glossar.