Kultur & Rituale
Die Zigarre ist auf Kuba mehr als ein Genussmittel — sie ist Teil der nationalen Identität, der Arbeitskultur und einer langen Tradition von Ritualen rund ums Rauchen.
Der Lector im Rollsaal
Eine kubanische Besonderheit ist der Lector — der Vorleser. Seit dem 19. Jahrhundert liest er den Rollerinnen und Rollern aus Zeitungen, politischen Schriften und Romanen vor. Die Tradition bildete die Arbeiter und prägte das politische Bewusstsein der Tabakindustrie. Der Markenname Montecristo geht direkt darauf zurück.
Berühmte Raucher
Die kubanische Zigarre ist eng mit historischen Figuren verbunden: Winston Churchill (nach ihm ist das Format „Churchill“ benannt), Fidel Castro und Che Guevara, aber auch zahllose Schriftsteller und Künstler. Diese Verbindung hat das Image der Habanos als Zigarre der Mächtigen und Intellektuellen geprägt.
Das Ritual
Zum bewussten Genuss gehört eine Reihe von Schritten — auf der Praxis-Schwesterseite kubanischezigarren.org ausführlich beschrieben:
- Anschneiden — mit Guillotine, V-Cut oder Bohrer den Kopf öffnen.
- Anzünden — mit Zedernholzspan oder geruchsneutralem Feuerzeug, gleichmäßig rösten.
- Rauchen — langsam, ohne zu inhalieren; die Zigarre nicht hastig ziehen, damit sie nicht zu heiß wird.
Die Zigarre als Wirtschaftsfaktor
Tabak ist nach Tourismus und Nickel einer der wichtigsten Exportposten Kubas. Hunderttausende leben direkt oder indirekt vom Tabakanbau und der Zigarrenherstellung. Die kubanische Zigarre ist damit zugleich Kulturgut und ökonomisches Rückgrat ganzer Regionen.